Rezipientenbretter


Horizont der Moderne“, 2016, Beize auf Sperrholz, Holzrahmen (ca. 52 x 42 cm)



Rezipientenbretter

Recipient Trays

Diese Objekte dienen in erster Linie dazu, Kontakt zur Welt der Rezipienten aufzunehmen. Es handelt sich um Holzbretter in verschiedenen Größen und Ausführungen. Sie sind Abbild des jeweils dem Brett innewohnenden Rezipientenwesens. Rezipienten teilen sich das Raumangebot einer Galerie oder einer Ausstellung mit den Werkender Künstler. Sie treten in größere Anzahl bei verschiedenen Initiationen und Vernissagen in Erscheinung. Jeder Künstler verehrt seine eigenen Rezipienten und versieht die Bretter mit entsprechenden milieuspezifischen Motiven.


Ideelle Dimension“, 2016, Beize auf Sperrholz, Holzrahmen (ca. 50 x 42 cm)


Heutzutage bereiten sich Rezipienten intensiv auf ihr ehrenvolles Amt vor. Die für sie eigens gefertigten Bretter beziehen sich deshalb auf eine Vielzahl unterschiedlicher Rezipiententypen. Häufig werden solche Wandobjekte mit betonter Maserung und unregelmäßig kurvigen Rändern hergestellt. Ihre Oberfläche zeigen mehr oderweniger erkennbare Formen, bisweilen auch tierähnliche Gestalten mit Fühlern und weit geöffneten Augen.





The difference is the gaze“ , 2012, Holzrelief (Fichte, Beize), ca 55 cm x 40 cm


The difference is the gaze
Der Unterschied ist der Blick
Kunstphilosophische Erläuterungen bescheinigen vielen zeitgenössischen Werken, dass sie zu einer Veränderung der Sehgewohnheiten des Betrachters beitragen würden. Diese Objekt thematisiert die Schockwirkung, die sich in dem Unterschied des Rezipientenblickes zeigt, nachdem er sich über den Kaufpreis eines Werkes informiert hat.





"Sammlerkrieg", 2012, Wandinstallation, Kiefer, ca. 180 x 190 cm


Diese Rezipientenbrettchen dienen zugleich als Siegerzeichen und exklusive Trophäen. Sie gelten als Beweise hinreichender psychischer Stabilität, die es den Sammlern ermöglicht, ihr Leben durch die in den Kunstwerken enthaltenden Zumutungen positiv beeinflussen zu lassen.


Ausstellungsansicht im Künstlerhaus LINDA, Hamburg 2012



Tanzbretter



Demoiselle d`Avignon No 1“, 2016, (Fichte),ca. 199 cm x 64 cm x 5 cm

Tanzbretter der Demoiselles d´ Avignon
Gloriously colorful dancing boards
Die Objekte werden für einen bestimmten zeremoniellen Anlass angefertigt und vernichtet, sobald sie ihre Aufgabe erfüllt haben. Im traditionellen Zusammenhang zeigen sich die Bretter während der Initiationszeremonien, einige aber auch bei Beerdigungen und Totenerinnerungsfesten. Prinzipiell wird zwischen figürlichen und abstrakten Darstellungen unterschieden.
Während einer Zeremonie treten in der Regel verschiedenen Brettertypen in bestimmter Abfolge auf.
Bei den gezeigten Objekten handelt es ich um Tanzbretter der so genannten Museumstänzerinnen in Avignon. Frauen performen dort anmutige Tänze gegen „Geschenke“ an das Museum oder Opfergaben für die Kunst. Dies steht jedoch immer in einem selbstreferenziellen Zusammenhang und gilt als dem Diskurs wohlgefällig.
Nach dem heutigen Forschungsstand stehen die Bretter in keinem Zusamenhang mit dem von Pablo Picasso im Jahre 1907 geschaffenen Gemälde. Der Bildtitel "Les Demoiselles d’Avignon" stammte aus dem Jahr 1916 von Picassos Freund, dem Schriftsteller und Kunstkritiker André Salmon. Das Wort Avignon im Titel bezog sich auf die Carrer d’Avinyó in Barcelona, die für ihre Bordelle bekannt war und in deren Nähe Picasso in jungen Jahren lebte.



Demoiselle d`Avignon No 1“, Detail